Menschen, die mich geprägt haben

von Jana Engel // in Zu mir

Menschen, die mich geprägt haben

Steve Jobs hat es ja so schön gesagt, dass man die Punkte immer erst hinterher verbinden kann. Ich weiß nicht, wie Dir es so geht, ich denke - gerade momentan - sehr viel über die Vergangenheit und mein Leben nach. Das hat wohl mit dem Älterwerden zu tun. 😉 Oder mit dem Veränderungsprozess, in dem ich mich gerade befinde (obwohl wir uns ja immer irgendwie gerade verändern).

Heute erzähle ich Dir von vier Menschen, die mein Leben berührt und somit geprägt haben. Wieso? Weil wir alle Geschichten in uns tragen, die erzählt werden wollen. Für mich macht das ein erfülltes Leben aus, Geschichten - große und kleine, tragische und schöne - wie an einer Perlenkette aneinander zu reihen. Und davon zu erzählen.

Inspiriert hierzu hat mich das Buch von Bobette Buster "Story | Wie man eine Geschichte richtig erzählt."

Falls Dich das Buch interessiert, hier kannst Du es finden: Story: Wie man eine Geschichte richtig erzählt, Bobette Buster*
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Bobette Buster spricht, neben allen Techniken, von der Heilungskraft von Geschichten. Das ist etwas, woran ich auch glaube. Dass es heilt, wenn wir die Geister aus der Flasche entlassen und über unser sprechen. Das Gute und das Schlechte. Dass uns unsere Geschichten bereichern und verbinden, weil sie vom zutiefst Menschlichen handeln.

You can't connect the dots looking forward; you can only connect them looking backwards.

Ich bin in meinem Leben vielen Menschen begegnet. Viele haben mich berührt und berühren mich noch immer. Diesen Beitrag widme ich vier Menschen aus meinem Berufsleben, die bei mir ihre Spuren hinterlassen haben. Dass zwei von ihnen leider bereits verstorben sind, ist dabei von eigener Bedeutung.

Mein erster Chef - Mein Ideal für Führung

Irgendwo habe ich mal gelesen, dass wir am Stärksten von unserem ersten Chef geprägt werden. Ob das wirklich so ist, sei dahin gestellt. Ich bin mir aber so oder so sicher, dass wir immer den richtigen Menschen begegnen (im Guten wie im Schlechten).

Ich kann in jedem Fall nur froh sein, diesen Chef gehabt zu haben. Er hat mir gezeigt, wie man Menschen führt. Unaufgeregt, mit Geduld, sicher Stabilität gebend. Wie es gelingen kann, sich durch gute Struktur das Leben leicht zu machen. Ich hab immer noch nicht wirklich verstanden, wie er das genau gemacht hat. Unsere Rasselbande mit Schulklassencharakter auszuhalten. Uns zu leiten. Uns so viel Freiraum zu lassen. Das macht aus meiner Sicht wahre Führungskräfte aus. Sie führen fest und leicht zugleich. Einfach aus sich selbst heraus. Eine Führung, die Du als Mitarbeiter gar nicht als solche wahrnimmst. Weil sie einfach ist.

Leider hat mich das wohl für immer versaut, weil ich seitdem nach einem hohen Ideal in der Führung suche und strebe. Und mich mit Weniger nicht zufrieden geben kann.

Danke für alles!

Mein zweiter Chef - Sei einfach Du selbst

Ich habe schon immer Menschen gemocht, die anders sind, die einfach sie selbst sind und ihre "Spezialitäten" konsequent pflegen.

Mein zweiter Chef hat mir gezeigt, wie das geht (ich konnte es damals nur leider noch nicht ganz für mich umsetzen). Barfuß in Socken durch's Büro marschieren und stundenlang telefonieren. Mais aus Konservendosen essen. Tomaten, Gurken und Salat verachten und von jedem Sandwich puhlen. Am Wochenende fliegen gehen.

Dabei visionär sein und kreativ und nahbar und eigen. Einfach er. "Voran, voran", hat er immer gesagt. Und, ich solle doch mal auf den Punkt zu kommen. Schaffe ich immer noch nicht - immer.

Was ich von ihm gelernt habe? Vergiss dieses Ganze sich die Ecken und Kanten abschleifen. Dieses Streben irgendwie zu sein, wie man angeblich so zu sein hat. Als Mensch, als Manager, als Führungskraft. Wo steht das eigentlich?

Leiste Dir Deine Albernheiten und alles, was Dich ausmacht. Polarisiere. Du bist immer genau richtig. Ja: auch im Management und in der Führung. Genau so berührst Du Andere. So bist Du nahbar und kannst Dich mit Anderen gut verbinden, weil Du mit Dir selbst gut verbunden bist. Ach ja: wer berührt, bewegt, gell?

Menschen schaffen künstlerisch Netzwerk aus Fäden

Mein Teammitglied - Du berührst Andere allein durch Dein Sein

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, als ich morgens zur Arbeit fuhr und mir - ich fand das seltsam - der Freund eines Teammitglieds eine Nachricht hinterlassen hatte. Ich solle ihn dringend zurück rufen.

Als ich das dann tat, eröffnete er mir, dass ein Teammitglied von mir - noch unter 30 - plötzlich verstorben war. Das sind so Botschaften, wo Du Dich auf der einen Seite immer daran erinnern kannst, wo Du gerade warst, also Du sie bekommen hast. Auf der anderen Seite verschwimmt alles in einem Nebel. Ich weiß nur noch dass ich im Büro erst einmal einen Weinanfall bekommen habe. Und so war das dann.

Wir waren mit dem Team natürlich auf der Beerdigung. Ich weiß noch wie ich ihren Eltern und ihrem Freund die Hand gab. Wie mich ihr Vater angeschaut hat - gebrochen - die einzige Tochter - tot. Da stehst Du dann so da und hast irgendwie nicht viele Worte.

Ich habe mich dann umgeschaut und nach den Trauerkränzen gesucht, die ich bestellt hatte. Als ich sie erspähte - wäre ich fast in Ohnmacht gefallen. Ich sage Dir, es waren die Mutter und der Vater aller Trauerkränze, drapiert auf zwei Staffetten. Sie waren einfach...riesig. Wenn Trauerkränze fliegen können, ich war mir sicher, die konnten das. Sich wie UFOs ins All erheben.

Jana wieder, ohne Ahnung von Trauerkränzen, hatte einfach mal das Beste vom Besten bestellt. Ich weiß bis heute nicht, wie das angekommen ist. Mir hat es nur gezeigt, wie nah Komisches und Tragisches beieinander liegen. Und, dass einem eine Trauerkranzbestellung wahrhaft peinlich sein kann.

Was ich vor allem dadurch begriffen habe und was mein Teammitglied mir damit hinterlassen hat, ist, wie sehr wir das Leben von Anderen berühren. Einfach so. Ohne Absicht, ohne Zutun. Allein durch unser Sein. Dass das sogar über den Tod hinaus wirkt. Ich finde das sehr schön, dass wir das für uns wissen dürfen.

Mein Kunde - Mach, was Du willst und was für Dich funktioniert

Ach, mein Kunde. Was hab ich ihn geliebt. Nee, nicht auf romantische Art und Weise. Liebe gibt es ja in unterschiedlichen Formen. Ich habe ihn einfach als Mensch geliebt. Er ist mir irgendwie quasi unter den Händen weg gestorben ist. Das ist immer noch das Gefühl, das ich damit verbinde. Ich war damals im Krankenhaus. Es war nach unserem gemeinsamen Projekt. Und, was macht er? Stirbt einfach.

Der kettenrauchende Meister des "Management by Walking Around" wusste als ehemaliger Arzt mal wieder alles besser und hat es mit seinem Herzinfarkt nicht ins Krankenhaus geschafft. De Bubu halt.

Ich muss gerade lachen, während ich das schreibe. Ja, von ihm konnte ich mir wirklich Einiges abgucken. Immer schön Beziehungspflege betreiben. Dinge außerhalb von irgendwelchen Gremien klären. Damit dann da alle nur noch abnicken und man einen entspannten Lenkungskreis hat.

An ihm ist wirklich ein Botschafter und Diplomat verloren gegangen. In Japan nennt man das übrigens Gemba. Der Gemba Walk im Lean Management. Verbunden mit Stakeholder Management.

Einfach mal gucken, was los ist und nebenbei was klären. Informell, bei nem Käffchen, ohne viel Getue.

Ob das dann Gemba heißt oder Stakeholder Management war ihm, denke ich, ziemlich schnuppe. Das ist Erfahrung. Das hat er einfach gemacht. Das ist ja immer die Kunst, finde ich. Es einfach zu tun. Das was funktioniert. Das gilt es für sich selbst herauszufinden. Und, sich von Anderen was Gutes abzugucken, hilft dabei.

Was alle vier Menschen verbindet

So ist das mit den Menschen, die uns prägen, weil sie uns berühren. Wir alle können davon ausgehen, dass wir das selbst auch tun - auf die eine und andere Art und Weise - gerade in unserer Rolle als Führungskraft. Oft, ohne es zu wissen.

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge habe ich diesen Text geschrieben. So wie das Leben eben ist. Mir ist in dem Zusammenhang noch einmal klar geworden, wie sehr wir Andere berühren, ohne es vielleicht zu wissen, gerade in unserer Rolle als Führungskraft.

Was alle vier Menschen verbindet, ist, dass sie ganz sie selbst waren oder sind. Wie Du weißt, sehen wir in Anderen immer uns, und etwas, was uns ausmacht. Wen wundert es, dass eine meiner Bestrebungen ist, einfach ich zu sein, mir noch jede Schicht weg zu hauen, die nicht zu mir gehört und meinen individuellen Weg zu gehen. Weil es sich nur so jemals richtig, gut und voller Energie anfühlen wird.

Wer hat Dich im Leben berührt? Vielleicht magst Du im Nachhinein einfach mal die Punkte verbinden.

Deine Jana


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Bildnachweise im Blog-Artikel: 

Titelbild (Fotobox): Privat

Bild in der Mitte (Künstlerisches Netzwerk): Photo by Alina Grubnyak on Unsplash

Über den Autor

Jana bringt den Schwung! Leiterin des Spaßimperiums und mit Begeisterung Holistische Beraterin, Coach und AKASHA-Medium für mehr Spaß, Lebensfreude und Magie im Geschäfts- und Privatleben.

Jahrgang 1973, gebürtige Thüringerin. 20 Jahre in der IT im Projektmanagement und Führungspositionen und jetzt auf dem Weg ihrer Erfüllung und Bestimmung. Neugierige Leseratte und kreatives Einhorn mit einem Faible für Menschen, das Leben mit all seinen Facetten und persönliche Weiterentwicklung.

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